Geschrieben von Max Schlenker nach Aufzeichnungen von Adolf Kähny

Eine kleine Geschichte Adelhausens (Teil 3)

Im Frühjahr 1504 gibt es hohen Besuch in Eichsel. Der päpstliche Legat Raimundus Peraudi überprüft mit einer Kommission die Verehrung der drei Jungfrauen. Die Abgesandten der Kurie bestätigen den Kult und sprechen in Anwesenheit von 5.000 Gläubigen die drei Jungfrauen heilig. Doch es ist vorerst einer der letzten Vorgänge dieser Art: 1517 beginnt die Reformation, die zu einer tiefen innerkirchlichen Krise und zur Glaubenssspaltung führt. Die Verehrung von Heiligen lehnen viele Menschen bald ab.

Während sich viele Fürsten dem neuen Glauben zuwenden und es allerorts zur Aufhebung von Klöstern und Orden kommt oder gar zur Zerstörung von Heiligenbildnissen, ist unsere Region hiervon weniger betroffen: Die Habsburger und allen voran der Kaiser verstehen sich als Vorkämpfer des alten Glaubens und unterdrücken jede lutherische Strömung.

Postkarte von 1910 nach einem Gemälde von Max Gönner

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Viel Spaß beim Lesen

Daniel Kähny


 

Geschrieben von Max Schlenker nach Aufzeichnungen von Adolf Kähny

Eine kleine Geschichte Adelhausens (Teil 2)

Als der neue römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg in Rheinfelden einzieht, sind die Bewohner nervös: Für die Rheinfeldener ist die Wahl des Habsburgers keineswegs glücklich. Schließlich hatten sie Jahre zuvor noch gemeinsam mit der Stadt Basel gegen den ehemaligen Grafen von Habsburg gekämpft. Doch sie haben Glück: Der neue König beweist gleich eine seiner wichtigsten Tugenden, zeigt Milde und verzeiht der Stadt. Doch wie kommt es soweit?

Geschrieben von Max Schlenker nach Aufzeichnungen von Adolf Kähny

Eine kleine Geschichte Adelhausens (Teil 1)

Der Romantiker kommt in der Gegend um Adelhausen zweifellos auf seine Kosten: In den Anhöhen rund um den Ort hat man bei schönem Wetter eine herrliche Rundsicht in den Schwarzwald, Hotzenwald, in die Vogesen und manchmal sogar bis in die Schweizer Alpenkette vom Säntis im Osten bis ins Berner Oberland im Westen. Doch unsere Gegend sah nicht immer so aus. Im Gegenteil: Unsere Vorfahren lebten hier in einem sumpfigen Moorgebiet, das sogar die Römer gemieden haben. Wir blicken zurück.

Geschrieben von Daniel Kähny

Meinen Opa Karl Friedrich Wilhelm Kähny kannte kaum jemand unter seinem richtigen Namen. Bekannt war er nur unter "Fritz", genauer: "Motsche Fritz". Warum das? Die Frage hat zwei Antworten. Er hatte mir einmal erzählt, dass es immer Verwechslungen mit Karl Friedrich Kähny gab. Daraufhin nannte man ihn irgendwann "Fritz". Aber warum Motsch? Das lag am Ort, dem Chaigelplatz, wo er aufgewachsen war. Wir werfen einen Blick zurück in die Familiengeschichte.

Geschrieben von Daniel Kähny

Wer heute in einem Verein aktiv ist, verfolgt nur selten politische Ziele im Vereinsleben: Fußball-, Karnevals- oder Kleintierzuchtvereine haben in der Regel keine politische Ausrichtung. Im 19. Jahrhundert sieht das noch ganz anders aus. Vereinsleben bedeutet Politik und so mancher Turnverein wurde damals gar verboten. 

Nach den deutschen Einigungskriegen mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als Höhepunkt wird eine neue Vereinsform im gesamten Reich populär: der Krieger- oder Militärverein. Die meisten dieser Vereine bestehen aus alten Kameraden und sorgen sich um das Andenken der Gefallenen und widmen sich der Kriegsgräberfürsorge. Der Charakter dieser Vereine ist militaristisch und sie haben eine nationale Ausrichtung. Doch sie haben auch weitaus drastischere Ziele. Das wird besonders am Militärverein Adelhausen deutlich. Denn ihre 39 Gründungsmitglieder verpflichten sich, bei einer Mobilmachung sich sofort freiwillig zum Militär zu melden.