Geschrieben von Max Schlenker

Die beiden Weltkriege liegen nur 21 Jahre auseinander und es gibt eine ganze Generation, die beide miterlebt hat. Aber es gibt sogar ein paar Jahrgänge, die beide an der Front miterlebt haben. Onkel Hermann Kuder ist einer von ihnen. Im Artikel Onkel Hermann und der letzte deutsche Kaiser hatten wir schon darüber berichtet. Wie und wann er eingezogen und wo er eingesetzt wurde, können wir relativ gut nachzeichnen.

Hermann Kuder wird am 21. März 1899 geboren. 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Mitten im Krieg wird Hermann Kuder 18 und damit volljährig - und es dauert nicht mal halbes Jahr, da flattert auch schon die Einberufung ins Haus. Er wird mit dem "Karabiner 98" und am Gebirgsgeschütz ausgebildet und im September 1917 vereidigt. Dann geht es nach Emmendingen und von dort an die Westfront. Er wechselt mehrfach die Kompanie und kämpft noch bis Ende Oktober 1918. Im November 1918 endet der Krieg. Für den jungen Hermann Kuder geht es zurück nach Adelhausen. Hier wird er die väterliche Landwirtschaft übernehmen und in den kommenden Jahren eine Familie aufbauen.

Onkel Hermman als Flugmelder (rechts)

Doch die friedlichen Jahren haben bald schon wieder ein Ende: 1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht und machen aus ihren militärischen Absichten kaum einen Hehl. Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Und auch unser Onkel Hermann wird wieder eingezogen. Es geht erneut an die Westfront, aber nun als Melder in einer Flugmeldekompanie. Immerhin geht es 1940 - er ist nun 41 Jahre alt - wieder zurück in die Heimat, wo er weiter für die Wehrmacht im Flugmeldedienst tätig ist. Auf der Tann (zwischen Adelhausen und Eichsel) war der Meldeposten installiert. 1942 kommt endlich die endgültige Entlassung aus dem Wehrdienst.

Besonders beeindruckend finde ich schließlich die Auflistung der "mitgemachten Gefechte, Schlachten, Unternehmungen" in seinem Wehrpass, der 1937 ausgestellt worden ist. Der Kriegsdienst wird hier heroisch verklärt; wie selbstverständlich ist auch seineTeilnahme am Ersten Weltkrieg vermerkt. Nicht zuletzt dieser Passs und die Auflistung zeigen: Zur Ideologie des Nationalsozialismus gehören Krieg und militärische Auseinendersetzungen langfristig dazu.

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