Geschrieben von Daniel Kähny und Max Schlenker (Teil 5)

Mein Ur-Ur-Großvater Johann Georg Friedrich Sutter (1807-1866) hat die Wirtschaft 1839 übernommen und bis zu seinem Tod 1866 zusammen mit seiner Frau betrieben. In Gastwirtschaft zur Sonne in Gersbach: Liste der Wirte hatten wir ja über das Schreiben des Amtes berichtet, wo auch erwähnt war, dass J. G. F. Sutter 1839 Betreiber der Wirtschaft war. Das Schreiben hatte jedoch einen anderen Hintergrund. In den Gemeindegesetzen von 1834 gab es zum ersten mal schriftlich und verbindlich festgelegte Vorgaben zur Vergabe von Konzessionen (15. November 1834, Seite 341).

 

 

Auf §18 dieser Verordnung nimmt der letzte Abschnitt des Schreibens des Amtes vom 26. März 1868 an den Gemeinderat in Gersbach Bezug.

"Der G.rath von Gersbach wird unter Bezug auf eine in N. 34 des Statthalter von Schopfheim erhaltene Anzeige des J. G. F. Sutter von der Übernahme der Gastwirtschaft zur Sonne daselbst zum alsbaldigen Berichte aufgefordert, wie es sich mit dieser Übernahme eigentlich verhalte, ... die nach §18 ... erforderliche amtliche Erlaubnis nicht eingeholt worden ist."

Auch zu dieser Zeit sind die genauen Schreibweisen der Namen wieder wichtig. Johan Georg Friedrich Sutter lebte von 1807 bis 1866, sein ältester Sohn Johan Friedrich Sutter von 1846 bis 1901. Nach dem Tod von J. G. F. Sutter wurde es scheinbar versäumt, die Concession auf J. F. Sutter zu übertragen. §21 der Verordnung schreibt vor, dass eine Wirtschaft 6 Monate nach dem Todestag von den Erben "fortgetrieben" werden darf.

Johann Friedrich reagierte sofort und setzte folgendes Schreiben, auf den 28.03.1868 datiert, an den Gemeinderat auf. Dieser war nach der neuen Verordnung zuständig.

 

" Löblicher Gemeinderath!

...

Wie es dem Geimenderath wohl bekannt ist so habe ich unterm 28. Januar d. J. mein älterliches Haus, sowie die Realwirtschaft zur Sonne ... nemlich die Hälfte von meinem Bruder ... gekauft von der anderen Hälfte war ich Johan Eigentümer indem solche mir bei der Erbtheilung meines verstorbenen Vaters zugefallen ist. ... auch habe ich mich am 5ten März d.J. mit der Tochter des hiesigen Bürgers Waisenrichter Meier Namens Rosina Maier verehelicht. Meine Mutter als Wittwe die Wirthschaft nicht mehr fortführen will hat mir solche zum Betrieb übergeben."

Weiterhin erfahren wir, dass Johan Friedrich in Lörrach in einer Wirtschaft die Metzgerei und seine Frau in einem Gasthof in Freiburg das Kochen erlent haben. Damit besäßen sie die geforderten Kentnisse und einen sehr guten Leumund.

Am gleichen Tag verfasst der Gemeinderat seinen Bericht an das Großherzogliche Amt und befürwortet die Concession an Johan Friedrich, die schließlich erteilt wird.

Die Sonne war gerettet und mein Urgroßvater durfte sie zusammen mit meiner Urgroßmutter weiter betreiben. Doch wie lange? Langsam kommen wir dem Ende der Sonne näher.

Quellen:

Landesarchiv Baden-Würrtemberg B 740/1 Nr. 1368 (http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-2055684).
Ortssippenbücher von Schopfheim, Hausen im Wiesental und Gersbach, herausgegeben vom Geschichtsverein Markgräfler Land (Band 1 und 2)

 

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