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Das Schulwesen in Adelhausen

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Rudolf Kähny, Urenkel von Heinrich Kähny und s.Zt. Ortsvorsteher von Adelhausen kämpfte...

...erfolglos für den Erhalt der Dinkelbergschule in Adelhausen, die im Herbst 2006 aufgelöst wurde.
(aus der Chronik: „800 Jahre Adelhausen“, 1992 verfaßt vom Ortschronist „Adolf Gottfried Kähny“).
Unter Kaiserin Maria Theresia von Österreich 1717 -1780, wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Ob etwa um 1770 in Adelhausen schon eine Schule bestanden haben könnte, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. In den Unterlagen im Pfarrarchiv in Eichsel ist vor 1800 nur von einem Lehrer „Liesenfeld“ in Eichsel die Rede, welcher vom Kirchenfond in Eichsel entlohnt wurde. Es ist daher anzunehmen, daß die Adelhauser Schulkinder in Eichsel die Schule besucht haben. Etwa um 1800 kam Lehrer Johann Baptist Motsch nach Adelhausen, wo er provisorisch angestellt wurde. Die Festanstellung erfolgte im Jahr 1804. In einem Visitationsbericht aus dem Jahre 1808 wird über den Lehrer Motsch berichtet: "ist im Schulhalten fleißig und von gutem Rufe, schlägt etwas Orgel". Die Schülerzahl 1808 in Adelhausen: 90 Schulkinder, 48 Knaben und 42 Mädchen. Lehrer Motsch ist kurz nach seiner Pensionierung im Jahr 1841 verstorben. Nach Unterlagen im Pfarrhaus in Eichsel soll die Schule in Adelhausen vor 1825 auf dem Platze des heutigen Anwesen „Alwin Rütschle“ in der Rheintalstraße 34 gestanden haben. Diese Schule ist mit mehreren anderen Gebäuden im Jahr 1825 einem Großbrand zum Opfer gefallen.
1826 - 1827 wurde an anderer Stelle eine Schule aufgebaut, (ist heute 1992 das Rathaus sowie die alte Schule). Sie ist am 24. November 1827 feierlich eingeweiht worden. Mit Musik und Gesang wurde in die neue Schule eingezogen. altes Schulhaus, heute >2006< nur noch Rathaus Das Festessen fand im "Adler" beim Killhoferwirt statt. Beim Festessen wurden die Gäste mit Musik und Gesang unterhalten. So schreibt der damalige Pfarrer Fischer von Eichsel in seinen Erinnerungen. Am 16. Dezember gleichen Jahres konnte auch die in Basel gegossene Glocke ins Schultürmchen aufgezogen werden. Seit fast 170 Jahren begleitet die Glocke nun schon die Bewohner von Adelhausen auf ihrem Lebensweg. Bis vor etwa 30 Jahren (1960) wurde sie jeden Tag zweimal geläutet, zu Mittag und zu Abend. Auch geleitete sie die verstorbenen Adelhauser auf dem letzten Weg zum Friedhof nach Eichsel. Bei Feuersbrunst in früheren Jahren wurde die Glocke auch zum Sturmläuten verwendet. Die halben- und ganzen Stunden schlägt sie heute noch. Im Jahr 1824 betrug das Einkommen eines Lehrers jährlich etwa 120 Gulden und etwas Naturaleinkommen. Lehrer Motsch, der bis 1841 Lehrer in Adelhausen war, verdiente sich etwas dazu, indem er in der Gemeinde Adelhausen noch Gerichtsschreiber war und eine kleine Landwirtschaft betrieb, um seine 12- köpfige Familie ernähren zu können. Weitere Schülerzahlen sind uns aus den Jahren 1844 mit 115, 1845 mit 119 und 1846 mit 128 Schulkindern bekannt. Bei der Familie Ellenrieder in Adelhausen steht ein altes Schulpult aus der alten Schule. Auf der Innenseite des Pultdeckels sind die Lehrer verzeichnet, die ab 1850 Dienst in Adelhausen taten. Leider fehlen bei den meisten Namen die Daten ihrer Dienstjahre. Die Namen der Lehrer in der aufgezeichneten Reihenfolge: Volk, Vollmer, Baumgartner, Thoma, Weber, Spiegelhalter, Müller, Hes, Gaupp, Streicher, Kaltenbach, Stoteke, Burger, Pfaff, Benschig, Seibert, Alter, Birkenmeyer †1917, Obser, Hunn †1917, Neidhart, Jehle, Schäufele, Moser, Seitz 1922, Schroff 1923, Fleck 1924, Frey 1927,
Scherer 1930, Eisenkolb 1938, Gnädig 1948, Stähle 1950, Wipf 1955, Schilli 1955.
Weitere Lehrer der Volksschule Adelhausen bis zum Übergang 1973 an die Dinkelbergschule: Richard Benda, Lothar Maier und Steffi Meyer. Die beiden letztgenannten sind zum heutigen Zeitpunkt (1992) immer noch an der Dinkelbergschule tätig.
Ende der fünfziger Jahre wurde die alte Schule zu klein, um die vielen Schüler aufzunehmen. Im März 1959 wurde im Gemeinderat der Beschluß gefaßt, ein neues Schulhaus zu bauen, war doch die Schülerzahl auf über 70 angewachsen. Für die nächsten Jahre wurde eine weitere Steigerung erwartet. Die Planung wurde an das Architektenbüro Thoss und Keller vergeben. Der Kostenvoranschlag betrug 453.000 DM. Vom Forstamt Lörrach wurde ein außerordentlicher Holzeinschlag genehmigt. Der Erlös sollte mithelfen, die neue Schule zu finanzieren. Nach Abschluß der Planungen konnten im Mai 1960 die Rohbauarbeiten vergeben werden. Im Januar 1961 wurde Richtfest gefeiert. Ende November 1963 waren die Innenausbauarbeiten beendigt und am 8. und 9. Dezember konnte die neue Schule ihrer Bestimmung übergeben werden. Die endgültigen Baukosten, inklusive von zwei neuen Lehrerwohnungen, betrugen 460.000 DM. Zur feierlichen Schlüsselübergabe, unter der Mitwirkung der örtlichen Vereine, war auch Landrat Bechthold anwesend, der seine Freude über das neue Schulgebäude zum Ausdruck brachte. Schulhaus mit Lehrerwohnungen in Adelhausen Bürgermeister Bernhard Kirchhofer sprach in seiner Ansprache den Wunsch aus, „mögen aus dem neuen Hause weiter so berühmte Männer hervorgehen, wie aus dem alten“. Dem staatlichen Beschluß von 1973, kleinere Schulen zu schließen, begegneten die drei Dinkelberggemeinden Minseln, Adelhausen und Eichsel mit der Gründung der „Dinkelbergschule“. Eichsel und Minseln behielten ihre Grundschulen und schickten ihre älteren Jahrgänge nach Adelhausen. Wie gut dieser Entschluß damals war, zeigt uns seit nun fast 20 Jahren ein gut funktionierendes Schulwesen. Im Oktober 1988 feierte die Schule in Adelhausen ihr 25-jähriges Jubiläum. Die 0rganisatoren hatten sich einiges einfallen lassen, um die Besucher zu unterhalten. Eine Fotoausstellung dokumentierte die 25-jährige Schulgeschichte.
Im Zuge der Schulreform 2006, angeblich infolge rückläufiger Schülerzahlen, somit „Wegfall der Geschäftsgrundlage“ ist der im Eingemeindungsvertrag von 1974 enthaltene Passus, „daß die Schule in Adelhausen erhalten werden muß“ nicht mehr zu halten. Nach zweijährigen Diskussionen hat der Gemeinderat der Stadt Rheinfelden in der Sitzung am 11. Mai 2006 mit 18 zu 11 Stimmen beschlossen, ab dem Schuljahr 2006/2007 die „Dinkelbergschule Adelhausen“ mit der „Christian-Heinrich-Zeller-Schule“ am Standort Karsau zusammenzulegen. Somit hat Adelhausen ab Herbst 2006 keinen Schulbetrieb mehr. Dagegen haben sich im Vorfeld die Ortschaftsräte mit Ortsvorsteher Rudolf Kähny an der Spitze, die Bürger, die Lehrer, die Schulvertreter und Elternbeiräte vehement gewehrt und andere akzeptable Vorschläge eingebracht, > leider v e r g e b l i c h Ebenfalls blieb die Anrufung des Petitionsausschusses erfolglos.
In der Folge steht nun die Verwendung des leerstehenden Schulgebäudes im Raum. Durch den Wegfall des Schulsportes in der Dinkelberhalle, entfällt der Unterhalt der Halle durch die Stadt Rheinfelden. Ein Problem für die örtlichen Vereine, die auf den Betrieb in der Halle angewiesen sind.
im November 2006 / Adolf Gottfried und Horst Kähny